Font Size

SCREEN

Layout

Cpanel

Beiträge

 

Donnerstag, 30.04.2015, 14 Uhr:
Juchhuh, die ersten Lebenszeichen von der Reisegruppe erreichen uns: Sie sind gestern Abend um 23:30 Uhr in Frankfurt gelandet und erfuhren dort, dass nach ihrem Abflug aus Kathmandu am Vormittag, die Start- und Landebahn wegen Rissen gesperrt werden musste. Hier ein Bericht von Rebecca Mueller, eine Teilnehmerin aus der Reisegruppe, die noch bis zum Samstag im Kinderdorf bleibt um vor Ort mitzuhelfen:

 

Anhang 1Ruhe vor dem Sturm
Spielt man mit den Kindern hier in Bhakunde, lässt sich das Chaos und das Leid in vielen Teilen Nepals zumindest für einige Zeit vergessen. Zwar wurden auch hier die Kinder mit Todesangst konfrontiert – sie schliefen die ersten Nächte nach dem Erdbeben lieber im Freien. Aber das ist aus Kindersicht schon lange her, und längst sind sie wieder in ihre heile Kinderwelt abgetaucht. – Eine Gnade für Bhakunde, denn kaum mehr als 100 Kilometer entfernt liegt das Epizentrum des großen Bebens. Mit viel Glück ist ganz Pokhara verschont geblieben. Auf merkwürdige Weise wirken die Fernsehbilder aus Kathmandu und den umliegenden Bergregionen, die auch die Kinder mit großen Augen verfolgen, so weit weg.
In Pokhara herrscht momentan eine buchstäbliche Ruhe vor dem Sturm: Die vielen Verletzten aus den Bergdörfern können erst nach und nach gerettet und auf die Krankenhäuser verteilt werden. Die große Hoffnung der Regierung liegt dabei auf Pokhara, der größten Stadt nach Kathmandu. Noch ist unklar, wie viele der geretteten Kinder als Waisen zurückbleiben. Im Kinderdorf von Bhakunde bereitet man sich darauf vor, einen Teil von ihnen aufzunehmen. Freie Gebäude dafür sind auf dem Gelände vorhanden, aber Betten sind notwendig, Decken und Kleidung. Und natürlich Nahrung sowie Menschen, die sich um die traumatisierten Kinder kümmern.

Anhang 2Kinderdorf-Leiter Tanka Prasad Gurung steht täglich mit dem Krisenstab von Regierung, internationalen Hilfsorgansiationen und lokalen NGOs in Kontakt, um einen Überblick zu bekommen. Außerdem hält er mit den vielen Helfern in Kathmandu Verbindung, die anpacken, wo sie können. Unter ihnen Kinderdorf-Mitbegründer Alexander Schmidt, der zum Zeitpunkt des Bebens gerade mit einer Wanderguppe auf Trekkingtour war und sich auf dem Rückweg im Annapurna-Gebiet befand. Die Erschütterungen dort hielten sich in Grenzen, und er hatte mit seiner Gruppe das Glück, sich nicht mehr auf Pass-Höhe zu befinden. Bereits in der Nähe von Jomsom, vibrierte nur der Boden, Gebäude stürzten nicht ein.

Zeitungsbeitrag BNNStunden später dann auch die Sicherheit, dass die Bewohner des Hostels in Kathmandu ebenfalls Glück im Unglück hatten: Das Haus wurde zwar beschädigt, ist aber weiter bewohnbar. Große Schäden gibt es dagegen um das Hostel herum; zudem sind mehrere ehemalige Hostel-Kinder betroffen, die sich in den vergangenen Jahren mit Unterstützung des Freundeskreises Nepalhilfe eine Existenz in Kathmandu aufgebaut hatten. Ihre Häuser oder Wohnungen sind teilweise zerstört. Alex Schmidt, der sich persönlich nach ihrem Wohlergehen vor Ort informiert hat, spricht von dringender finanzieller und materieller Hilfe - genauso wie für die vielen anderen Menschen und sozialen Einrichtungen, die beim Kinderdorf und der Nepalhilfe um Unterstütztung gebeten haben.
Tanka Prasad Gurung und Alexander sind sich einig: "Wir helfen, wo wir können!" Diese Hilfe wird noch viel Zeit und Kraft in Anspruch nehmen, wenn erst einmal klar ist, wieviele Opfer das Beben wirklich gefordert hat.